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Pressekonferenz

16.11.2005

"Forschung im Kompetenznetz HIV/AIDS: Wir übernehmen Verantwortung"

Mittwoch, 16.11.2005, 14.30 –15.30 Uhr,
MEDICA-Kongress, Messe Düsseldorf, CCD Süd, Raum 10

Das deutsche Forschungssystem hat sich im Bereich der HIV-Medizin in den letzten Jahren grundlegend weiterentwickelt. Grundlagenforscher, Universitäten, Kliniker und niedergelassene Ärzte arbeiten heute effektiv auf Basis der richtungsweisenden Telematik-Plattform des Kompetenznetz HIV/AIDS zusammen. Das individuelle Sammeln von Erfahrung in kleinem Rahmen wurde somit abgelöst durch gut kontrollierte klinische Studien, an denen Dutzende Spezialisten mit hunderten von Patienten teilnehmen. Inzwischen konnten die Daten von rund 9.000 Patienten in die Kompetenznetz-Kohorte aufgenommen werden. „Das ist eine Größenordnung, mit der wir uns auch in der internationalen Szene behaupten können“, sagt der Sprecher des Kompetenznetz HIV/AIDS, Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer (Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum).

Diese Sammlung an Befunden und Erfahrungen bilden die medizinischen Beweise, auf denen einerseits Behandlungsentscheidungen für den individuellen Patienten basieren, von denen aber auch Entscheidungen der Gesundheitspolitik abgeleitet werden. Für Dr. med. Thomas Bratke vom Koordinierungszentrum für Klinische Studien Köln (KKSK), das im September die technische und inhaltliche Betreuung des überregionalen Forschungsnetzes übernommen hat, ist die Patientenkohorte daher „eine unversiegbare Informationsquelle für Forscher und HIV-Mediziner“.

Den steinigen Weg der Entwicklung einer HIV-Vakzine in Europa (EuroVac) beschreibt Prof. Dr. med. Hans Wolf (Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg). Die dabei erzielten Vakzine-Kandidaten (NYVAC-C und DNA-HIV-C) haben in Tierversuchen die erwünschte Immunogenität entfaltet. Das EuroVac-Projekt, zu deren Gründern das Regensburger Team gehört, hat es somit geschafft, „unabhängig von der Industrie Konzepte zu entwickeln sowie alle regulatorischen Hürden zu nehmen – bis zur Prüfung an Menschen“, resumiert Wolf.
Auch durch die HIV-Patienten erfährt das Kompetenznetz wertvolle Unterstützung. Die Deutsche Aids-Hilfe sieht sich mit einem eigenen Projekt innerhalb des überregionalen Forscherverbundes als Schnittstelle zwischen Forschung, Beratung und Selbsthilfe. „Dieses Modell der Zusammenarbeit ist auch für andere Fachbereiche inspirierend“, sagte Steffen Taubert von der Deutschen Aids-Hilfe (Berlin). 

Voraussetzung für die langfristige erfolgreiche Arbeit des Kompetenznetz HIV/AIDS, das seit 2001 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird, ist allerdings die Unterstützung durch Politik und Industrie in den kommenden Jahren. Denn der überregionale Forscherverbund ist nur noch bis zum Jahr 2007
 finanziell abgesichert. An einer Fortführung wird gearbeitet, da die deutsche Aidsforschung eine Infrastruktur wie das Kompetenznetz HIV/AIDS sowohl für den wissenschaftlichen Alltag als auch für die internationale Zusammenarbeit benötigt. Dazu Brockmeyer: „Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsfeldern, wo die Globalisierung Deutschland eher schwächt, gibt sie der Wissenschaft einen deutlichen Aufschwung.“

PROGRAMM

Prof. Dr. med. Norbert Brockmeyer
Sprecher Kompetenznetz HIV/AIDS
Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum
"Weshalb vernetzte HIV-Forschung für den Standort Deutschland unverzichtbar ist"

Dr. med. Thomas Bratke
Koordinierungszentrum für Klinische Studien Köln (KKSK), Universität Köln
"Die Patientenkohorte: Eine unversiegbare Informationsquelle für Forscher und HIV-Mediziner"

Prof. Dr. med. Hans Wolf
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg
"EuroVac – Der europäische Weg zu einer HIV-Vakzine"

Steffen Taubert
Deutsche AIDS-Hilfe e.V., Berlin
"Die Deutsche AIDS-Hilfe im Kompetenznetz: Schnittstelle zwischen Forschung, Beratung und Selbsthilfe"

Als PDF-Datei zur Ansicht und als Download:

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Seite erstellt am 23.11.2005
Letzte Aktualisierung am 15.05.2012

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