|
Home > Presse > > Aufklärung über „AIDS-Spritzen“ im Kindergarten Aufklärung über „AIDS-Spritzen“ im Kindergarten24.11.2004
Die Sensibilisierung für Infektionskrankheiten wie AIDS und Hepatitis sollte schon im Kin-dergarten beginnen. Das empfahlen Ärzte und Wissenschaftler des Kompetenznetzes HIV/AIDS auf ihrer Pressekonferenz im Rahmen der Düsseldorfer Messe „Medica“. Spielplätze beispielsweise sind häufig auch Treffpunkte von Drogengebrauchenden. Manche von ihnen sind AIDS-krank, mit dem HIV-Erreger infiziert oder auch an Hepatitis C erkrankt. Immer wieder finden Kinder beim Spielen achtlos weggeworfene Spritzen von Drogensüchtigen. So kann es zu Verletzungen und im extremen Fall zu einer Ansteckung mit dem HI-Virus oder Hepatitisvi-ren kommen. Eltern müssen von den Erzieherinnen und Erziehern über die Ansteckungsgefahren informiert und die Kinder vor der Verletzungsgefahr gewarnt werden, sagt der Sprecher des Kom-petenznetzes HIV/AIDS, Prof. Dr. med. Norbert Brockmeyer. Der Wissenschaftler, der in Bochum auch eine AIDS-Ambulanz leitet, behandelt dort immer wieder auch durch Spritzen verletzte Kinder: „In Bochum gibt es wie in anderen Städten viele Spielplätze, auf denen immer wieder Spritzen gefunden werden, obwohl es seit 15 Jahren Spritzenautomaten in NRW gibt.“ Das Kompetenznetz HIV/AIDS, dem mehr als 40 Kliniken, Institute und niedergelassene Ärzte an-gehören, warnte auf der Pressekonferenz auch vor einem Fortschreiten der gefährlichen Infekti-onskrankheit in Europa. Immer mehr Deutsche würden beispielsweise beim Sexualverkehr entge-gen der Ratschläge der Gesundheitsexperten auf Kondome verzichten und sich der Gefahr einer HIV-Infektion aussetzen; das lässt sich aus den sinkenden Umsatzzahlen der Kondomhersteller ableiten. Besonders dramatisch ist die Entwicklung in Osteuropa, wo vor allem Jugendliche nicht über die AIDS-Gefahr informiert sind. Die Forscherorganisation zog anlässlich der Pressekonferenz zwei Jahre nach ihrer Gründung Bilanz und legte eine 16-seitige Dokumentation vor. Die Arbeit des Kompetenznetzes HIV/AIDS war gerade erst von einem internationalen Gutachtergremium positiv bewertet worden. Das Bun-desministerium für Bildung und Forschung fördert das Netzwerk und seine Forschungsprojekte darum für weitere zwei Jahr mit 2,7 Millionen Euro jährlich. (Text: Peter H. Jamin) Als PDF-Datei zur Ansicht und als Download: Seite erstellt am 30.11.2004 |