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Allen Schwangeren HIV-Test anbieten

24.11.2004

Weltaidstag 2004: „Frauen, Mädchen, HIV und Aids“ - Aktuelle Informationen zur besonderen Situation der HIV-Infektion bei Frauen

Von 44.000 Personen, die in Deutschland mit dem HI-Virus infiziert sind oder Aids entwi-ckelt haben, sind 9.500 Frauen. Allein in diesem Jahr wurde bei 400 Frauen die Erstdiagno-se der Immunschwächekrankheit gestellt. Und 150 Frauen sind neu an Aids erkrankt. Diese Zahl ist verglichen mit der weltweiten Inzidenz gering und im Vergleich zu den Vorjahren relativ stabil. Dennoch gibt es in diesem Jahr Besonderheiten zu vermelden:

Die meisten in Deutschland lebenden HIV-infizierten Frauen sind zwischen 20 und 40 Jahre alt und befinden sich damit im gebärfähigen Alter. Pro Jahr kommen in Deutschland 250 – 300  Kin-der HIV-positiver Mütter zur Welt, wobei die Zahl in den letzten Jahren angestiegen ist. Rund die Hälfte der Mütter sind Migrantinnen, die hauptsächlich aus afrikanischen Ländern stammen. Ei-gentlich ist eine HIV-Infektion des Neugeborenen hier zu Lande eine Seltenheit: Denn durch ein spezielles Management* ist es gelungen, die „vertikale Transmissionsrate“ von etwa 20% auf unter 2% zu senken.

In diesem Jahr wurden jedoch bereits 19 HIV-Infektionen bei Neugeborenen und Kindern diagnos-tiziert. Bei acht Fällen wurde die Infektion der Mutter in der Schwangerschaft nicht erkannt, in drei Fällen war die Betreuung der Schwangeren lückenhaft; die anderen Kinder wurden im Ausland geboren. Diese Zahl verdeutlicht, welche Bedeutung einem routinemäßigen HIV-Test im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge zukommt. Er wird zwar empfohlen, gehört aber nicht zum Routine-Screening, was immer wieder dazu führt, dass Frauenärzte den Test nicht anbieten, oder aber nur solchen Frauen, die sie persönlich für „Risikopatientinnen“ halten. Dadurch kommt es auch heute noch zu HIV-Transmissionen, die vermeidbar gewesen wären.

* Die werdende Mutter erhält in Abhängigkeit vom Infektions- und Schwangerschaftsverlauf antiretrovirale Medikamente entsprechend den aktuellen Therapieempfehlungen der Deutschen und Österreichischen AIDS-Gesellschaft (DAIG, OAG); auch das Neugeborene wird für einige Wochen vorbeugend behandelt. Die Geburt erfolgt per Kaiserschnitt.

Als PDF-Datei zur Ansicht und als Download:

Pressemitteilung


Seite erstellt am 30.11.2004
Letzte Aktualisierung am 01.11.2016

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