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Home > Presse > Termine > „Aktueller Stand für eine HIV-Vakzine“ „Aktueller Stand für eine HIV-Vakzine“20.11.2003
Erster klinischer Test in Deutschland läuft anPressekonferenz: "Auf Erfolgskurs: Das Kompetenznetz HIV/AIDS“ Erstmals werden in wenigen Wochen auch in Deutschland (Regensburg) sowohl Komponenten einer zur Prävention, als auch einer anderen, zur Therapie Unterstützung entwickelten HIV-Vakzine getestet werden. Bei den Impfstoffkandidaten handelt es sich um attenuierte, rekombinante Vakzinia-Viren (NYVAC), welche mit den Genen gag, pol, nef und env vom HIV-1 Subtyp C (für Prävention) bzw vom HIV-1 Subtyp B (zur Unterstützung der Therapie) ausgestattet worden sind. Entscheidende Arbeiten hierzu werden vom Kompetenznetz HIV/AIDS finanziell unterstützt. In einem systematischen Ansatz wurden bisher zwei Prototyp-Immunogene von HIV (B-clade und C-clade) mit den Leserahmen gag pol nef und env in Regensburg als synthetische Gene hergestellt. Diese „Immunogene“ werden in ein großes Spektrum von Präsentationssystemen eingebracht und zunächst in Nagern und nach erfolgreicher Prüfung in Primaten daraufhin untersucht, wie sie die verschiedenen Arme des Immunsystems (mucosal, humoral, T-Zell-vermittelt) ansprechen bzw. den Verlauf einer Infektion beeinflussen. Zwei der Produkte (Vaccinia Virus NYVAC-C und DNA-C) sind nach erfolgreichen präklinischen Arbeiten bereits GMP-produziert und im Falle von NYVAC-C bereits in Lausanne und London in klinischer Prüfung.. Die Forschungsmittel für diesen Verbund reichen aber bei weitem nicht aus, um diese Impfstoffe in Ländern mit hoher Inzidenz von HIV-Infektionen auf Wirksamkeit zu prüfen. Es gibt also einen weiteren Flaschenhals bei der Entwicklung von Produkten, den der klinischen Prüfung auf Wirksamkeit im „Feldversuch“ (Phase 3). Um dies zu ermöglichen hat die EU eine Initiative gestartet, die dies nicht nur für HIV und Impfstoffe, sondern auch für neue Therapeutika ermöglichen wird. Diese „European Developmental Countries Clinical Trials Partnership“ soll für die ersten 5 Jahre über ein Volumen von 600 Mill. Euro verfügen und über mehrere 5-Jahresperioden existieren. Sie sieht vor, dass unter frühzeitiger Einbindung von in erster Linie Ländern aus Afrika Erprobungszentren eingerichtet werden, welche die klinische Prüfung mit besten Methoden erlauben. Dabei sollen die Produkte nicht den Entwicklern entzogen, aber gleichzeitig ein ökonomisch sinnvoller breiter Einsatz von wirksamen Vakzinen und Medikamenten ermöglicht werden. Fakultativ: als internationalen Ausblick Ziel der international aktiven Organisation IAVI ist es, die Entwicklung eines Aids-Impfstoffes zu beschleunigen, dabei Verfügungs- und wohl auch Produktionsrechte zu erlangen und diese Produkte den Entwicklungsländern zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Die EU legt ihren Schwerpunkt auf die Förderung von Partnerschaften zwischen der öffentlichen Hand und privaten Unternehmen gegen die Zusage, dass entwickelte Produkte den Ländern rasch und zu erschwinglichen Preisen verfügbar gemacht werden. Einer der ersten dieser Großverbünde in der EU (EUROVAC) hat sich im Jahr 2000 zum Thema HIV/AIDS-Impfstoffentwicklung aus 26 Laboratorien von Hochschulen und kleinen und großen Industriefirmen etabliert und bis dato bereits ein Portfolio von 10 Impfstoffkomponenten entwickelt.
Als PDF-Datei zur Ansicht und als Download: Seite erstellt am 11.12.2003 |