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Im Nachgang zu HIV-Kontrovers 2008

14.10.2008

Köln, 13.10.2008 - „Den Dialog ermöglichen - den Mut haben, ihn zu führen!“ Unter diesem Motto diskutierten am Samstag in Bochum über 100 Expertinnen und Experten aus Medizin, Politik, Verwaltung, Aidshilfe und Positivenselbsthilfe über spezifische Fragen zu aktuellen Themen rund um HIV und Aids. Die Veranstalter, die Deutsche AIDS-Gesellschaft, das Kompetenznetz HIV/AIDS und die AIDS-Hilfe NRW freuten sich, dass ihr neues Tagungskonzept aufging, aktuelle Themen aus unterschiedlicher Perspektive kontrovers zu diskutieren.

Die acht vorbereiteten Kontroversen erfreuten sich eines großen Interesses seitens der Tagungsteilnehmerinnen und –teilnehmer.
Die thematischen Schwerpunkte der einzelnen Diskussionen waren unter anderem die unterschiedlichen Anforderungen an die stationäre und ambulante Versorgung in der heutigen Zeit, die unterschiedlichen Interessen bei der Durchführung medizinischer Studien und Forschungen zu HIV sowie verschiedene Aspekte zur medizinischen Versorgung von Menschen mit HIV und Aids.
Auch regionalpolitische Fragen, wie die Kommunalisierung der Aidshilfeförderung in Nordrhein-Westfalen, wurden nicht ausgespart. Besonderes Interesse fand die Frage, wie mit den Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen der Schweiz (EKAF) umzugehen sei und welche Konsequenzen dies für die zukünftige Präventionsarbeit habe. Prof. Dr. Pietro Vernazza, Sprecher der EKAF, verteidigte seine Empfehlung, bei diskordanten Paaren unter der Voraussetzung einer erfolgreichen antiretroviralen Therapie und ohne Vorliegen anderer sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten auf den Schutz von Kondomen verzichten zu dürfen. Auch wenn innerhalb des Forums niemand dieser Empfehlung widersprechen wollte, wies sein Diskussionspartner, der Medizinjournalist Bernd Vielhaber, darauf hin, in der HIV-Prävention dennoch nicht auf die Benutzung von Kondomen verzichten zu können.
Prof. Dr. Norbert Brockmeyer, Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS, zeigte sich sehr zufrieden, dass im Laufe der Veranstaltung immer mehr kontroverse Standpunkte zutage getreten seien und man den Mut gehabt habe, diese auch zu äußern. Die Tagung habe wichtige exemplarische Auseinandersetzungen geführt, die über den Themenkreis Aids hinaus von Bedeutung seien. Klaus-Peter Hackbarth, Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW, schloss sich dieser Einschätzung an und betonte, wie wichtig gerade die kontroverse Diskussion für eine zeitgemäße Aidsarbeit und deren Weiterentwicklung sei.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Grußworten der Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum, Ottilie Scholz, die den Kongressteilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Engagement für die Belange der Menschen mit HIV und Aids dankte. Dirk Lesser vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales freute sich über das große Interesse an der Veranstaltung, die für die Qualitätsentwicklung der Aidsarbeit in Nordrhein-Westfalen von großer Bedeutung sein werde.
Die Ergebnisse der Fachtagung sowie der Verlauf der einzelnen Kontroversen werden in Kürze im Internet unter www.hiv-kontrovers.de veröffentlicht.

Als PDF-Datei zur Ansicht und als Download:

PM Nachgang zu HIV-Kontrovers 2008


Seite erstellt am 14.10.2008
Letzte Aktualisierung am 01.11.2016

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