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Fachtagung HIV-Kontrovers 2008 in Bochum

10.10.2008

HIV-KONTROVERS – Spannende Diskussion auf Augenhöhe
Expertinnen und Experten aus Aids-Selbsthilfe, medizinischer Versorgung, Forschung und Verwaltung gehen neue Wege

Bochum, 10.10.2008 – Am Samstag werden 100 Expertinnen und Experten in Bochum einen besonderen Diskurs rund um HIV und Aids führen. Zum ersten Mal laden die AIDS-Hilfe NRW, die Deutsche AIDS Gesellschaft und das Kompetenznetz HIV/Aids „HIV-KONTROVERS“ ein, um gleichberechtigt pointiert zu diskutieren und die kritische Reflexion und die Fortbildung zu zentralen Themen zusammenzuführen und weiterzuentwickeln. Vertreterinnen und Vertreter aus Aidshilfe, Positiven-Selbsthilfe, Prävention, Medizin, öffentlichem Gesundheitswesen, ambulanter und stationärer Versorgung, Politik und Verwaltung sowie Menschen mit HIV und Aids aus ganz Nordrhein-Westfalen werden sich an diesem Dialog beteiligen.

Klaus-Peter Hackbarth, Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW, erläuterte, dass seit dem 7. Deutschen AIDS-Kongress 1999 in Essen die Inhalte von Kongressen und Großveranstaltungen nach dem sogenannte „Essener Prinzip“ nicht nur von den sogenannten Fachleuten entwickelt würden, sondern dass auch die Vertreterinnen und Vertreter der Community aus der Aidshilfe und der Selbsthilfe daran beteiligt seien. „HIV-KONTROVERS“ gehe noch einen Schritt weiter, da nach der Devise „Den Dialog ermöglichen - den Mut haben, ihn zu führen“ das Programm mit den verschieden Kontroversen auf Augenhöhe entwickelt worden sei.

Prof. Dr. Norbert Brockmeyer, Sprecher des Kompetenznetz HIV/AIDS und Direktor für Forschung und Lehre an der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum, erklärte, damit werde das zur Zeit aktuelle Themenspektrum für die Diskussion vorgegeben, woraus dann weitere neue Ideen und Problemlösungen entwickelt werden könnten. Brockmeyer meinte, „HIVKONTROVERS“ werde nicht nur neue und für manche überraschende Erkenntnisse bringen, auch bisher nicht Gedachtes könne erstmals entwickelt werden. Nur so sei Fortschritt in der Diskussion möglich.

Beide betonten, die seit längerem zu verzeichnende wachsende Zahl der Neudiagnosen und die Tatsache, dass in Deutschland noch nie so viele Menschen mit HIV lebten wie heute, stelle alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Der Kontakt, das Gespräch und die Zusammenarbeit zwischen Medizin, Politik, den Aidshilfen und der Selbsthilfe und damit zwischen allen Professionen des medizinischen Systems, den politisch Verantwortlichen und den Aktiven im öffentlichen Gesundheitsdienst sowie denen, um die es geht, erlangten damit immer größere Bedeutung.

Die Homepage zu HIV-KONTROVERS ist freigeschaltet. Unter www.hivkontrovers.de ist nicht nur das Veranstaltungsprogramm abrufbar, hier werden darüber hinaus die
Ergebnisse der Veranstaltung zeitnah dokumentiert.


Prof. Dr. Norbert Brockmeyer
Sprecher des Kompetenznetz HIV/AIDS und Direktor für Forschung und Lehre an der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum

„Wichtig bei HIV-KONTROVERS ist, dass Personen aus unterschiedlichen sozialen Bezügen, Wissenschaft, angewandter Medizin, öffentlichem Gesundheitsdienst, Aidshilfe, positive Selbsthilfegruppen kritisch und kontrovers Themen zu HIV, von der Prävention bis zur Therapie, auf gleicher Augenhöhe diskutieren. Dabei ist entscheidend, dass jedes Thema von zwei Referenten kontrovers vorgestellt und von einem Moderator in das Thema eingeführt wird. Damit soll das zur Zeit aktuelle
Themenspektrum für die Diskussion vorgegeben, woraus dann weitere neue Ideen und Problemlösungen entwickelt werden können.

Wesentlich ist mir, dass wir nicht nur durch diese Veranstaltung einen Erkenntnisgewinn erhalten, sondern darüber hinaus auch bisher nicht gedachtes beginnen zu entwickeln, denn nur so ist Fortschritt möglich. Ein Schwerpunkt dieser Veranstaltung ist die Prävention auf dem Hintergrund steigender Neuinfektionszahlen, aber auch die Möglichkeit neuer Präventionsstrategien, die diskutiert, erarbeitet und umgesetzt werden müssen. Diese Präventionsstrategien knüpfen an neue Behandlungskonzepte und an die Frage des idealen Versorgungssystems an. Die gewählte Form der kontroversen Darstellung von Themen wird eine spannende Diskussion hervorrufen und wird sicherlich auch
überraschende Ergebnisse zu Tage bringen.“


Klaus-Peter Hackbarth
Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW e.V.

„Die seit längerem zu verzeichnende wachsende Zahl der Neudiagnosen, die Tatsache, dass in Deutschland noch nie so viele Menschen mit HIV lebten wie heute, stellt uns alle vor große Herausforderungen. Der Kontakt, das Gespräch und die Zusammenarbeit zwischen Medizin, Politik, den Aidshilfen und der Selbsthilfe und damit zwischen allen Professionen des medizinischen Systems, den politisch Verantwortlichen und den Aktiven im öffentlichen Gesundheitsdienst sowie denen,um die es geht, wird damit immer größere Bedeutung erlangen.
Dabei kommt es stets auf die Perspektive an. Uns allen ist bewusst, dass jede Forschung interessengeleitet ist, auch die medizinische Forschung. Dass ein Wissenschaftler, der für die Pharmaindustrie arbeitet, ein anderes Interesse im Blick hat als jemand, der staatlich gefördert unabhängig forscht, liegt auf der Hand.

Mit der Tagung HIV-KONTROVERS verbindet sich auch unser Anliegen, die Interessen der Menschen mit HIV und Aids wieder mehr in den Focus der Forschung rücken zu lassen. Dies kann nur im Dialog geschehen mit den Beteiligten aus Forschung, Industrie und Politik sowie den Menschen mit HIV und Aids und deren Interessenvertreter.“

Diese Pressemitteilungen steht zum Download bereit, inklusive Programm und Information zu den Refereten und Moderatoren der Fachtagung.

Als PDF-Datei zur Ansicht und als Download:

PM HIV-Kontrovers 2008 in Bochum (PDF, 1541KB)


Seite erstellt am 14.10.2008
Letzte Aktualisierung am 01.11.2016

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