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Beim G8-Gipfel vertreten: KompNet HIV/AIDS als Partner der Initiative „Land der Ideen“

05.06.2007

Die sieben führenden Industriestaaten und Russland (G8) werden auf ihrem Gipfel in Heiligendamm vom 6. bis 8. Juni Beschlüsse fassen, mit denen der dramatischen Situation einer armutsbedingten Ausbreitung von HIV/AIDS in Afrika begegnet werden soll.

Mehr als 4.000 internationale Journalisten versenden dann rund um die Uhr Meldungen und Berichte zur Beherrschung der Immunschwächekrankheit in die ganze Welt. Für ihre Recherchen und Hintergrundinformationen hat die Bundesregierung ein umfangreiches Informationspaket geschnürt. Mit dabei: das Kompetenznetz HIV/AIDS. 

Sowohl in der offiziellen Pressemappe der Bundesregierung als auch in der Deutschland-Broschüre „The Power of Ideas“ (deutsche Version „Deutschland: Land der Ideen“) sowie auf der Internet-Medienseite des G8-Gipfels wird das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsnetz seine Ergebnisse vorstellen und bietet sich als kompetenter Partner für den internationalen Kampf gegen die Infektionskrankheit an.

Das vor fünf Jahren gegründete deutsche Kompetenznetz HIV/AIDS ist ein besonders innovativer Ansatz im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit. Es bündelt die Erfahrungen von niedergelassenen Ärzten und Forschern aus 68 klinischen Zentren. Die Geschäftsstelle des Netzwerkes ist in Bochum angesiedelt und Bestandteil des interdisziplinären wissenschaftlichen Schwerpunktes „HIV/AIDS“ an der Ruhr-Universität Bochum. „Die aktuellen Zahlen zu den Neu-Infektionen von HIV/AIDS zeigen, dass die bisherigen Anstrengungen und Ansätze in der Bekämpfung der Krankheit nicht ausreichen und neue Herangehensweisen gefragt sind“, so Prof. Dr. med. Norbert H. Brockmeyer, Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS und Direktor für Forschung und Lehre an der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum.

Kohortenstudie des Kompetenznetzes HIV/AIDS liefert wichtige Impulse
Die deutsche Bundesregierung hat HIV/AIDS bereits als gesundheitspolitisches Hauptthema ihrer EU-Ratspräsidentschaft 2007 gewählt, und auch beim G8-Gipfel wird die Bekämpfung der Krankheit – speziell auf dem afrikanischen Kontinent – ein wichtiger Punkt sein. Das Kompetenznetz HIV/AIDS kann und will dabei helfen, dieser globalen Herausforderung zu begegnen. Brockmeyer: „Die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen spielt eine zentrale Rolle in der gemeinsamen Bekämpfung von HIV/AIDS. Das Kompetenznetz kann mit seiner Kohortenstudie wichtige Impulse hierfür liefern.“

Die bundesweite Kohortenstudie (Patientenregister) ist das zentrale Projekt des Netzwerkes. In ihr werden Befunde von rund 15.000 HIV-Patienten mit bis zu 560 Einzeldaten pro Patient erfasst. Die Kohorte ist einzigartig in Deutschland und durch die rege Beteiligung von Ärzten und Patienten sogar eine der größten HIV-Kohorten der Welt. „Ziel ist es, ein umfassendes Bild zu erstellen, um auf Basis dieses Datenmaterials Forschungsfragen schneller zu beantworten“, erläutert der Netzwerk-Sprecher. Der große Umfang der Datenmenge erlaubt es, Aussagen über den Verlauf der Erkrankung bei einzelnen Patientengruppen zu treffen. So sind bislang etwa Besonderheiten von Frauen und Kindern bis heute nicht ausreichend untersucht worden. Im südlichen Afrika sind jedoch mehr als zwei Drittel der Betroffenen weiblich – mit dem speziellen Modul „Frauen“ kann die Patientenkohorte wertvolle Erkenntnisse für die Behandlung von weiblichen Patienten liefern.

Im Fokus: HIV/AIDS bei Kindern
Besonders wichtig ist dem Netzwerk die Untersuchung von Kindern, die sich bei ihren Müttern infiziert haben. Dies waren 2006 weltweit rund 500.000 Neugeborene. Der Verlauf der HIV-Infektion unterscheidet sich bei Kindern von dem der Erwachsenen: ihre Abwehrkräfte sind noch nicht voll entwickelt und die HIV-Medikamente wirken auf den jungen Organismus auf eine spezielle Art. Insofern bedürfen junge AIDS-Patienten einer extra auf sie zugeschnittenen Behandlung, die mit dem speziellen „Kindermodul“ des Kompetenznetzes erarbeitet wird.

Ungeborenes, Kind, Erwachsener – der Versuch einer lückenlosen Abbildung einer HIV-Infektion in verschiedenen Lebensphasen ist für ein nationales Programm weltweit einzigartig. Die Erfahrungen von 15.000 Menschen tragen dazu bei, das Verhalten des HI-Virus besser kennen zu lernen – und so wirksamere Behandlungsmethoden zu entwickeln – auch im Hinblick auf die stark betroffenen Länder im südlichen Afrika.

Website „Deutschland: Land der Ideen“: http://www.land-der-ideen.de/
Website G8-Gipfel Heiligendamm: http://www.g-8.de

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer
Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS
Vorsitzender der Deutschen AIDS-Gesellschaft e.V. (DAIG)
Direktor Forschung und Lehre
Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum
Gudrunstr. 56, 44791 Bochum
Tel.: 0234-509 3471, 74
Fax: 0234-509 3472, 75
E-Mail: n.brockmeyer@derma.de
http://www.kompetenznetz-hiv.de

Als PDF-Datei zur Ansicht und als Download:

Pressemitteilung (PDF 63 KB)


Seite erstellt am 05.06.2007
Letzte Aktualisierung am 01.11.2016

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