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4. Fachtag HIV & Psyche: Sexuelle Lebenswelten im Focus

07.01.2015

Der 4. Fachtag zu Psychotherapie bei Menschen mit HIV/ AIDS am St. Josef-Hospital in Bochum informiert am 16. und 17.01.2015 über „Sexuelle Lebenswelten“

4. Fachtag HIV & Psyche: Sexuelle Lebenswelten im Focus

Bochum, den 07.01.2015 – Der 4. Fachtag zu Psychotherapie bei Menschen mit HIV/ AIDS am St. Josef-Hospital in Bochum informiert am 16. und 17.01.2015 über „Sexuelle Lebenswelten“.

Psychische Erkrankungen und psychosoziale Belastungen bei Menschen mit HIV und AIDS sind sehr häufig – doch nicht alle PsychotherapeutInnen und BeraterInnen kennen die speziellen Fragestellungen und Bedürfnisse der Ratsuchenden. Als einzige Veranstaltung in Europa ihrer Art thematisiert der Fachtag zu „Psychotherapie bei Menschen mit HIV und AIDS“ bereits das vierte Jahr in Folge die psychosoziale Wirklichkeit von Männern und Frauen mit HIV und AIDS. Der diesjährige Schwerpunkt liegt auf den „Sexuellen Lebenswelten“ betroffener Männer und Frauen. „Trotz des großen Tabu-Brechers Sigmund Freud vor 100 Jahren ist die explizite Thematisierung von Sexualität, sexuellen Lebenswelten und ihren verschiedenen Ausgestaltungen und Praktiken tabuisiert“, erklärt Dr. Armin Bader, psychologischer Psychotherapeut und Leiter der Abt. Psychosomatische Dermatologie und Psychoonkologie am St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum. Während des Fachtages werden die ReferentInnen u.a. folgende Themen aufgreifen: Wie sprechen Menschen in der psychotherapeutischen Praxis über Sexualität? Wie offen berichten diese über ihre sexuellen Vorlieben, über Praktiken und sexuelle Fetische? Wie sieht die moderne Sexualwissenschaft sogenannte Paraphilien (sexuelle Abweichungen)? Wie entstehen sie und wo und wie sind sie möglicherweise selbstschädigend? Gibt es einen Unterschied in der Sprache über Sexualität in der Psychotherapie und in Beratungsstellen – wie etwa der AIDS-Hilfen? Und wenn ja, wie können wir von einander lernen?

Sprache und Sexualität
„Wir müssen Sexualität in all ihrer Vielfalt benennen können, um Menschen zu helfen psychisch gesünder zu leben“, erklärt Prof. Norbert H. Brockmeyer, Leiter des Zentrums für sexuelle Gesundheit und Medizin an der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum. Brockmeyer zufolge ermöglicht erst eine ehrliche Sprache Menschen, Sexualität und sexuelle Lebenswelten ganzheitlich zu reflektieren und widerstandsfähiger gegen selbstschädigendes Verhalten – wie z.B. ungeschützten Sex – zu werden.

Austausch & Diskussion
Die Tagung umfasst 5 Fachvorträge und bietet in 9 Workshops BehandlerInnen und BeraterInnen von HIV/AIDS-infizierten Menschen die Möglichkeit zum fachlichen Austausch. Anhand von Fallbeispielen aus dem psychotherapeutischen Alltag werden die speziellen Bedürfnisse und Probleme der Ratsuchenden diskutiert. Das Programm können Sie unter http://www.kompetenznetz-hiv.de/media/Programmflyer_Wickel_HIV_Psyche_2015_web.pdf abrufen.

Über den Fachtag
Der Fachtag findet am 16. und 17.01.2015 im Hörsaalzentrum des St. Josef-Hospitals, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Gudrunstrasse 56, 44791 Bochum statt. Er wird vom Kompetenznetz HIV/AIDS in Kooperation mit der der STI-Gesellschaft/ Ruhr e.V., der DSTIG e.V., der Deutschen AIDS-Gesellschaft, ihrer Sektion PsySoz (Psychologie und Sozialwissenschaften in der DAIG) sowie Arne Kayser von der Bochumer AIDS-Hilfe veranstaltet. Dr. Ottilie Scholz, Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum, und Dermatologieprofessor Peter Altmeyer, Geschäftsführung des Katholischen Klinikums Bochum, St. Josef-Hospital, werden am Samstag die Veranstaltung offiziell eröffnen. Schirmherrin der Tagung ist Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation Pflege und Alter des Landes NRW.

Von den Kammern für ÄrztInnen und PsychotherapeutInnen werden 15 Fortbildungspunkte der Kategorie C für die Teilnahme vergeben. Die Veranstaltung ist zudem durch die Deutsche AIDS-Gesellschaft e.V. zertifiziert.

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Pressekontakt:
Prof. Dr. N.H. Brockmeyer
Direktor Forschung und Lehre, Leiter Zentrum für Sexuelle Gesundheit
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum
Sprecher KompNet HIV/AIDS, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG)
Gudrunstr. 56, 44791 Bochum, Tel.: 0234-509 3471, 74, Fax: 0234-509 3472, 75
n.brockmeyer@derma.de, n.brockmeyer@klinikum-bochum.de

Über das Kompetenznetz HIV/ AIDS
Das Kompetenznetz HIV/AIDS (KompNet HIV/AIDS) ist ein nationaler Forschungsverbund mit Sitz in Bochum am St. Josef-Hospital – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. In diesem werden Aktivitäten zu HIV und AIDS in Deutschland in den Bereichen der klinischen Forschung und der kliniknahen Grundlagenforschung gebündelt und koordiniert. Das KompNet HIV/AIDS hat zum Ziel, die Behandelbarkeit der HIV-Erkrankung zu verbessern und die damit verbundene Lebensqualität zu steigern. Außerdem ist es ein wesentliches Anliegen des Kompetenznetzes, die Lebenserwartung von HIV-infizierten Patienten zu verlängern. Kern des Netzwerkes ist die umfangreiche Patientendaten- und biobank, die die Grundlagen für die Forschung bilden. Diese Kinder- und Erwachsenenkohorte bietet vielseitige Möglichkeiten für Forschungsprojekte, die zur Verbesserung der HIV-Behandlung realisiert werden.
www.kompetenznetz-hiv.de

Über die Bochumer AIDS-Hilfe
In der Aidshilfe Bochum e.V. haben sich Frauen und Männer zusammengefunden, die sich mit der Thematik von HIV und Aids in unserer Gesellschaft auf die unterschiedlichste Weise auseinandersetzen. Die Aidshilfe Bochum e.V. versteht sich als Ansprechpartner für alle Menschen, die Fragen zu HIV und Aids haben und (psychosoziale) Hilfe bei der Bewältigung ihrer Schwierigkeiten suchen. Hierbei sieht sich die Aidshilfe vor allem als Vertreter der Interessen von Menschen mit HIV und Aids. Ihr Anliegen ist es, die Interessen dieser Menschen zu unterstützen und der gesellschaftlichen Ausgrenzung entgegenzuwirken.


Seite erstellt am 10.03.2015
Letzte Aktualisierung am 01.11.2016

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