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15.01.2014 3. Fachtag HIV und Psyche

15.01.2014

Bochumer Psychotherapeutentag informiert über Psychotherapie bei Menschen mit HIV/AIDS.

Psychologische Hilfe für HIV-Patienten mit dem diesjährigen Schwerpunkt: Schwule Lebenswelten

Nach dem Outing von Thomas Hitzlsberger und den öffentlichen Reaktionen hierauf sollte man meinen, das Thema Homosexualität sei in der deutschen Bevölkerung angekommen und weite Teile der Bevölkerung offen und tolerant. Leider ist dem nicht so: Eine T-online Umfrage vom Montag den 13. Januar dieses Jahres mit der Frage: soll die Akzeptanz sexueller Vielfalt ein Unterrichtsfach an deutschen Schulen werden? sprachen sich deutschlandweit 70.7% dagegen aus. Wie steht es dann um die gesellschaftliche Akzeptanz von homosexuellen und HIV-positiven Männern?

Diesen Fragen möchte sich der diesjährige Fachtag stellen:

Noch immer werden schwule Männer und verstärkt HIV-Infizierte mit sozialer Ablehnung konfrontiert und dies hat auch Einfluss auf die psychische Verfassung. Gleichzeitig sind Psychotherapeuten häufig nicht auf die besonderen Bedürfnisse und Probleme von schwulen HIV-Patienten vorbereitet. Die Herausforderungen, die die Patienten im Alltag und im Beruf, mit der Familie oder in der Beziehung zu bewältigen haben, sind besonderer Art, sodass nicht nur die Patienten, sondern auch deren Angehörige psychische Unterstützung benötigen. „Unsere Fortbildungsreihe „Psychotherapie bei Menschen mit HIV/AIDS“ fokussiert auf die besonderen Bedürfnisse von HIV-Patienten und zeigt durch die steigenden Teilnehmerzahlen,, wie wichtig und gefragt diese Thematik ist“ bestätigt Armin Bader, psychologischer Psychotherapeut am St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum. Weiterhin problematisch bleibt jedoch, so Bader, das unzureichende therapeutische Angebot: Nicht nur im Ruhrgebiet müssen viele HIV-PatientInnen noch deutlich länger als andere auf einen Therapieplatz warten.

Norbert Brockmeyer, Leiter des Zentrums für sexuelle Gesundheit an der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität sieht auch den medizinischen Fortbildungsbedarf: „Das Wissen von Medikamenten-Wechselwirkungen spielt bei Psychopharmaka eine wichtige Rolle, aber auch die „Compliance“, das heißt die Bereitschaft zur Einnahme der Medikamente. Hier ist manchmal psychotherapeutische Hilfe wichtig, damit die medikamentöse HIV-Therapie gelingt“.

Den Schwerpunkt des dritten Fachtages am 17./18. Januar 2014 bilden die Themen „Familie“ und „schwule Lebenswelten“. Durch Workshops und Fallbesprechungen, auch unter Einbeziehung von Patienten, werden in der zweitägigen Fortbildung praktische Handlungsempfehlungen gegeben.

Den Fachtag wird das Kompetenznetz HIV/AIDS in Kooperation mit der Deutschen AIDS-Gesellschaft, sowie Arne Kayser von der Bochumer Aids-Hilfe veranstalten. Schirmherrin ist Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW. Ottilie Scholz, Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum, und Dermatologieprofessor Peter Altmeyer, Geschäftsführung des Katholischen Klinikums Bochum, St. Josef-Hospital, werden am Samstag die Veranstaltung offiziell eröffnen.

Von den Kammern für ÄrztInnen und PsychotherapeutInnen werden 13 Fortbildungspunkte der Kategorie C für die Teilnahme vergeben, die Veranstaltung ist zudem durch die Deutsche AIDS-Gesellschaft zertifiziert. Informationen und Anmeldung unter www.kompetenznetz-hiv.de .

 

Kontakt:

 

Prof. Dr. N.H. Brockmeyer

Leiter Zentrum für Sexuelle Gesundheit

Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Ruhr-Universität

Sprecher KompNet HIV/AIDS

Gudrunstr. 56

44791 Bochum

Tel.: 0234-509 3471, 74

Fax: 0234-509 3472, 75

n.brockmeyer@klinikum-bochum.de


Seite erstellt am 17.11.2014
Letzte Aktualisierung am 01.11.2016

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