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01.12.2011 Fehlende Psychotherapeutische Unterstützung

01.12.2011

POSIT(HIV) LEBEN In der Ruhr-Region kaum psychotherapeutische Unterstützung.

Es ist ruhig geworden an der AIDS-Front. Die HIV-Infektion in Deutschland ist (dank einer funktionierenden medikamentösen Therapie) weitgehend eine behandelbare Krankheit geworden, dramatische und zum Tode führende AIDS-Erkrankungen sind dagegen selten. Jahrzehntelange Aufklärung durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und AIDS-Hilfe Organisationen haben gesellschaftliche Diskriminierung eingegrenzt und den Betroffenen ein weitgehend ´normales` Alltagsleben ermöglicht. So zumindest denken viele. Leider sieht die soziale und psychologische Wirklichkeit sehr oft anders aus. Zahlreiche Studien belegen die erhöhte Anfälligkeit von HIV-positiven Männern und Frauen, an einer Depression zu erkranken (bei Anfrage senden wir Daten und Broschüren), soziale Ausgrenzung und Isolation sind leider noch immer alltägliche Erfahrung.

Die auch von der Psychotherapeutenkammer NRW immer wieder erwähnte psychotherapeutische Unterversorgung der Allgemeinbevölkerung trifft HIV-positive und AIDS-kranke Männer und Frauen besonders hart. Nach eigener Aussage fühlen sich viele PsychotherapeutInnen nicht ´kompetent und erfahren genug`, Menschen mit HIV und AIDS zu behandeln. Die oft besonderen Lebenswelten von Betroffenen, der Krankheitsverlauf von HIV und AIDS und die komplexe antiretrovirale Therapie machen es schwer, einen Psychotherapeuten/in zu finden. Wartezeiten von 6 Monaten bis zu einem Jahr sind nicht selten oder die endgültige Resignation mit entsprechend dramatischen Konsequenzen.
Prof. Dr. med. Norbert Brockmeyer, Leiter des Kompetenznetzwerks HIV/AIDS Deutschland und Leiter der Ambulanz für sexuelle Gesundheit des St. Josef Hospitals und Dr. Armin Bader sind zusammen mit Vertretern der AIDS-Hilfe Bochum die Organisatoren eines Kongresses zum Thema ´Psychotherapie bei Menschen mit HIV und AIDS: ein überfälliges Update´ (Flyer wird Ihnen zugesandt), das am Samstag, den 14. Januar 2012 im Hörsaal des St. Josef Hospitals stattfindet und insbesondere psychologische und medizinische Psychotherapeut/Innen und betroffene Männer und Frauen ansprechen möchten, die daran interessiert sind, Menschen mit HIV und AIDS zu behandeln und sich über die medizinischen und psychosozialen Besonderheiten bei HIV und AIDS informieren möchten.

Kontakt:

Dr. Armin Bader
Psycholog. Psychotherapeut/
Psychoonkologe WPO
KV 18 70 235
Direktdurchwahl 0234/509 3465
E-Mail: A.Bader@klinikum-bochum.de


Seite erstellt am 30.11.2011
Letzte Aktualisierung am 01.11.2016

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