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HIV/AIDS in der Ukraine - Workshop in Bochum

Mit dem Workshop „Ukrainian and German Research Platform for Epidemiology” am 2. und 3. Dezember 2010 in Berlin und Bochum setzt das Kompetenznetz HIV/AIDS seine Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Zentrum für AIDS-Prävention fort, speziell zu Fragen der Erfassung, Verarbeitung und Analyse von Patientendaten der HIV-Infizierten in der Ukraine.

Die weltweite HIV/AIDS-Epidemie stellt eines der größten Gesundheitsprobleme unserer Zeit dar. Seit 2001 hat sich die HIV-Prävalenz in Osteuropa und Zentralasien fast verdoppelt. Die Zahl der Menschen, die mit HIV leben, ist von 760.000 im Jahr 2001 auf 1,4 Millionen im Jahr 2009 angestiegen [1].
Am schlimmsten betroffen sind derzeit Russland und die Ukraine. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für Krankheitsprävention und Kontrolle (European Centre for Disease Prevention and Control, ECDC) stand die Ukraine bei den neudiagnostizierten HIV-Infektionen im Jahr 2008 europaweit an erster Stelle [2].
Daten des ukrainischen Gesundheitsministeriums zeigen, dass seit Beginn der Epidemie bis Ende 2009 offiziell über 160.000 HIV-Infizierte registriert wurden, davon 19.840 Infektionen im Jahr 2009, das entsprach einer Inzidenz von rund 43,2 Infektionen pro 100.000 Einwohner [3]. Darunter waren 7.113 intravenös Drogen Konsumierende, 8.635 Neuinfektionen durch sexuelle Kontakte und 3.741 Neuinfektionen von Mutter zum Kind [3].

Unter Berücksichtigung der dargestellten Daten zur HIV/AIDS-Epidemie in der Ukraine, muss auch weiterhin von einer rapiden Zunahme der HIV-Infektionen und AIDS-Fällen ausgegangen werden. Diese Entwicklung stellt neue Herausforderungen an die epidemiologische Überwachung, d. h. an die Erhebung von Daten und Indikatoren, die es den Entscheidungsträgern im gesundheitspolitischen Bereich erlauben, möglichst frühzeitig auf die sich verändernde Lage bzgl. der HIV/AIDS-Epidemie zu reagieren. Für eine verbesserte Analyse der Entwicklung wäre eine bessere epidemiologische Erfassung notwendig und hilfreich.

Federführend organisiert vom Kompetenznetz HIV/AIDS an der Ruhr-Universität Bochum, unter Einbindung des Ukrainischen Zentrums für AIDS Prävention, des Robert Koch Instituts (RKI), der Deutschen AIDS Hilfe e.V., der Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF), findet am 2. und 3. Dezember 2010 in Berlin und Bochum an der Ruhr-Universität der deutsch-ukrainischer Workshop „Ukrainian and German Research Platform for Epidemiology” für Epidemiologen, Fachärzte und AIDS-Experten statt.
Damit setzt das Kompetenznetz HIV/AIDS seine Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Zentrum für AIDS-Prävention fort, speziell zu Fragen der Erfassung, Verarbeitung und Analyse von Patientendaten der HIV-Infizierten in der Ukraine.
Im Rahmen des Workshops soll, neben der Weiterführung der ukrainisch-deutschen Epidemiologieplattform und des weiteren Ausbaus der darauf basierenden bilateralen Zusammenarbeit, die Weiterbildung von medizinischen und wissenschaftlichen Experten gewährleistet werden, insbesondere von Kollegen, die im Rahmen des Projekts „Etablierung einer ukrainischen Kohorte von HIV-positiven Patienten“ tätig sind.
Der Workshop wird im Rahmen eines deutsch-ukrainischen Kooperationsprojekts vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über sein Internationales Büro (IB) unterstützt.
Literatur:
[1]    Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS). UNAIDS Report on the Global AIDS Epidemic 2010.
[2]    European Centre for Disease Prevention and Control/WHO Regional Office for Europe. HIV/AIDS surveillance in Europe 2008. Stockholm: European Centre for Disease Prevention and Control; 2009.
[3]    Ministry of Health of Ukraine. HIV infection in Ukraine: Information bulletin No. 33. Kiev: Ukrainian Centre for AIDS Prevention; 2009.

Weitere Informationen:
Dr. Larissa Burruano, MPH
Kompetenznetz HIV/AIDS
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
der Ruhr-Universität ; Gudrunstr. 56 ; 44791 Bochum

Diese Pressemitteilung finden Sie auch hier auf der Internetseite des Internationalen Büros des BMBF.


Seite erstellt am 03.12.2010
Letzte Aktualisierung am 01.11.2016

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