Seite drucken Seite drucken

Home  >  Presse  >    >  Deutsch-Ukrainische Partnerschaft im HIV-Bereich trägt Früchte

Deutsch-Ukrainische Partnerschaft im HIV-Bereich trägt Früchte

14.10.2009

Die Ukraine wird zur epidemiologischen Überwachung der HIV-Infektion in naher Zukunft über eine Dokumentationssystem nach internationalem Standard verfügen.

Vier Zentren für AIDS Prävention in der Ukraine beginnen am 1. Januar 2010 mit der Datenerhebung für eine eigene Patientenkohorte nach deutschem Vorbild, unter Berücksichtigung der hiesigen epidemiologischen Merkmale und Ausprägungen. Im Rahmen eines zweitägigen Workshops in Kiew, welcher federführend vom Kompetenznetz HIV/AIDS organisiert worden ist, wurden die Rahmenbedingungen für das Deutsch-Ukrainische Kooperationsprojekt festgelegt. Damit wird die Ukraine als erster osteuropäischer Staat in naher Zukunft über ein Dokumentationssystem nach internationalem Standard verfügen. Diese Initiative wird vom Internationalen Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.

Die Ukraine gilt als Epizentrum der Aids-Epidemie in Osteuropa. Nach Angaben von UNAIDS sind mittlerweile mehr als 440.000 Personen infiziert, das sind 1.63 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Allerdings geht die „International HIV/AIDS Alliance in Ukraine“ davon aus, dass nur jeder vierte Betroffene von seiner Infektion weiß. Die HIV-Inzidenz liegt bei rund 40,9 Infektionen pro 100.000 Einwohner, die Infektionswege konzentrieren sich auf den intravenösen Drogengebrauch (40,1 %), sexuelle Kontakte (38,4 %) und vertikale Infektionen (Mutter-Kind-Übertragung, fast 20 %). Erschwerend wirkt sich der massive Mangel an Pflegepersonal und infektiologisch erfahrenen Ärzten in der Ukraine aus. Nicht nur finanzielle, sondern auch fachliche Unterstützungen aus dem Ausland werden daher vor Ort begrüßt. Das Engagement des Kompetenznetzes HIV/AIDS, welches über eine Patientenkohorte mit Datensätzen von 8.200 HIV-Infizierten verfügt, liefert hier einen wichtigen Beitrag.

Kompetenznetz HIV/AIDS stellt Expertise zur Verfügung
Mit Hilfe einer Kohortenstudie (der HUCS - HIV Ukrainian Cohort Study) wird zukünftig die Inzidenz der HIV-Infektion in der Ukraine untersucht und die Entwicklung der HIV/AIDS-Epidemie in der Ukraine transparenter dargestellt. Zunächst sollen die Befunde von 1.200 ukrainischen HIV-positiven Patienten zusammen geführt werden. Sowohl soziodemographische Daten, klinische- und Laborbefunde, Erhebungen zu HIV-infizierten schwangeren Frauen und zu HIV-assoziierten Erkrankungen wie der Tuberkulose werden dabei als Variablen berücksichtigt.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse auf Basis der neuen Patientenkohorte werden in die ukrainische Präventionsarbeit einfließen, die dadurch zeitnah auf Änderungen der epidemischen Situation reagieren kann. Darüber hinaus kann mit Hilfe der klinischen Daten die Wirksamkeit der ärztlichen Behandlung innerhalb der untersuchten Regionen analysiert und optimiert werden.
Neben dem Kompetenznetz HIV/AIDS (Prof. Dr. Norbert Brockmeyer, Dr. Larissa Burruano) und dem Ukrainischen Zentrum für AIDS Prävention (Prof. Dr. Alla Scherbinskaya, Dr. Jurj Kruglov) sind als Kooperationspartner auch das Robert Koch-Institut in Berlin, die Weltgesundheitsorganisation, die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit sowie Vertreter der Deutschen AIDS-Hilfe in das Projekt eingebunden. Der deutsch-ukrainische HIV-Workshop in Kiew wurde durch das europäische Netzwerk NEAT (European Network on AIDS Treatment) finanziell unterstützt.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer
Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS/ Direktor Forschung und Lehre
Telefon: (02 34) 509 -3471, -3474
e-Mail: n.brockmeyer@derma.de


PD Dr. Adriane Skaletz-Rorowski
Wissenschaftliche Koordinatorin/ Geschäftsführerin des Kompetenznetzes HIV/AIDS
Telefon: (02 34) 509 -3486
e-Mail: a.skaletz@klinikum-bochum.de


Dipl.-Psych. Klaus Jansen
Kohorten-Manager des Kompetenznetzes HIV/AIDS
DeutschlandTelefon: (02 34) 509 -3501
e-Mail: klaus.jansen@klinikum-bochum.de

Als PDF-Datei zur Ansicht und als Download:

PM KompNet NEAT-Follow Up-WS 2009 (PDF, 32KB)


Seite erstellt am 14.10.2009
Letzte Aktualisierung am 01.11.2016

Top Top