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Verleihung des AAWS-Frauenforschungspreises

07.08.2009

Pressemeldung der DAIG - Sektion All Around Women Special:
St. Gallen, 25.06.2009. Im Rahmen des SÖDAK 2009 werden zum ersten Mal die von der Sektion AAWS der DAIG und der Ärztinnengruppe 3A ausgeschriebenen Frauenforschungspreise verliehen. Ziel der gemeinsamen Initiative der beiden Arbeitsgruppen war, frischen Wind in die Frauenforschung zu bringen und Frauen zu motivieren, ihre wissenschaftlichen Arbeiten und Projekte einem großen Kongresspublikum vorzustellen. Die Verleihung der beiden AAWS-Preise, die jeweils mit einem Preisgeld von 1.000 Euro dotiert sind, erfolgte am Donnerstag, dem 25. Juni 2009.

Ausgezeichnet wurden Margret Jöchl und Stephanie Gogl aus Innsbruck für ihre im Rahmen der Österreichischen HIV-Kohortenstudie durchgeführte Analyse „Frauenspezifische Risikofaktoren für „frühe“ und „späte“ HIV-Diagnosen in Österreich“ und Heidrun Nitschke vom Gesundheitsamt der Stadt Köln für ihren Beitrag “Hard to reach oder How to reach – Anonymer HIV-Test für Migrantinnen in unterschiedlichen Settings“.

„Beide Arbeiten lenken den Blick auf wichtige Problembereiche, die bisher wenig Öffentlichkeit fanden, und bieten Ansätze zu Verbesserung von Test- und Beratungsstrategien“, so AAWS-Sektionsvorsitzende Ulrike Sonnenberg-Schwan.

Jöchl und Gogl stellten bei ihrer Analyse Daten aus sechs österreichischen Behandlungszentren fest, dass der Anteil von Patientinnen mit einem fortgeschrittenen Krankheitsbildes bei der HIV-Diagnose signifikant höher ist als bei Männern. Solche „späten“ Diagnosen finden sich häufiger bei Frauen über 40, bei heterosexuellem Übertragungsweg und bei Herkunft aus einem Hochprävalenzgebiet.

Auch Migrantinnen erfahren häufig erst spät – bei einer fortgeschrittenen Erkrankung oder im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge – von ihrer HIV-Infektion. Heidrun Nitschke verglich unterschiedliche Test- und Beratungssettings für Migrantinnen in der STD/Aids-Beratungsstelle des Gesundheitsamtes Köln und zeigt damit Möglichkeiten zu einer Verbesserung der Angebote auf. So motivierte die Einbettung des HIV-Tests in ein allgemeines Angebot zur sexuellen Gesundheit auch Frauen, die sonst als schwer erreichbar gelten.

Die Arbeiten wurden aus über 160 von Frauen für den SÖDAK 2009 eingereichten Abstracts ausgewählt. Eine siebenköpfige Jury bewertete über vierzig der von Frauen aus mehreren europäischen Ländern vorgestellten Studien und Projekte aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Sozialwissenschaften, Prävention und Community. Voraussetzung war, dass Frauen- oder Genderaspekte im Mittelpunkt standen. Bewertet wurde – wo möglich – auch die Communitybeteiligung, also die Mitwirkung von Frauen mit HIV und  ihrer Netzwerke oder NGOs bei der Planung und Durchführung der Studien und Projekte.

Die Jury bestand aus Andrea Gingelmaier, Frauenklinik der Ludwig-Maximilian-Universität, München, Heidemarie Kremer, AAWS, Miami/USA, Harriet Langanke, GSSG - Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit, Köln, Birgit Mumelter, Universitätsklinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, Innsbruck, Marianne Rademacher, Frauenreferentin der Deutschen Aidshilfe, Berlin, und Gaby Wirz vom Bundesweiten Netzwerk Frauen und Aids, Ludwigshafen, unter dem Vorsitz von Ulrike Sonnenberg-Schwan, Vorsitzende der Sektion AAWS.

Geplant ist, die Verleihung des AAWS-Forschungspreises in Zukunft jährlich vorzunehmen, um weitere Anreize für die Forschung von, für und mit Frauen zu bieten.

Der diesjährige AAWS-Forschungspreis wurde unterstützt durch die Firmen Boehringer-Ingelheim, Abbott, MSD und Pfizer.


Bitte beachten Sie die SPERRFRIST: Donnerstag, 25.06.2009, 11.00 Uhr


Pressekontakt:
Dipl.-Psych. Ulrike Sonnenberg-Schwan
Sektionsvorsitzende
Sektion AAWS der DAIG e.V.
Wasserturmstr. 20
D – 81827 München
Tel. 0049-89-43766972
E-mail: ulrike.sonnenberg-schwan@t-online.de

Als PDF-Datei zur Ansicht und als Download:

PM Verleihung des AAWS-Frauenforschungspreises (PDF, 21KB)


Seite erstellt am 12.08.2009
Letzte Aktualisierung am 01.11.2016

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