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10. Deutscher und 16. Österreichischer AIDS-Kongress in Wien

03.06.2005

Junger Forscher aus Bonn erhält Deutschen AIDS-Preis

Deutsche AIDS-Gesellschaft honoriert zukunftsweisende Arbeit

Ein für die weltweite Forschung wichtiger, zukunftsweisender Beitrag über die Arbeitsweise des HI-Virus wird heute mit dem Deutschen AIDS-Preis der Deutschen AIDS-Gesellschaft ausgezeichnet. Der Bonner Wissenschaftler Dr. Jacob Nattermann erhält den mit 15.000 Euro dotierten, von der Pharma-Firma Essex gestifteten Deutschen AIDS-Preis anlässlich des AIDS-Kongresses 2005 in Wien für seine Arbeit „HIV-1 Infektionen führen zur vermehr-ten Bildung von HLA-E-Rezeptoren mit der Folge einer Beeinträchtigung der Funktion natürlicher Killerzellen“. Die Arbeit leistet einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung eines der zahlreichen Mechanismen, die es dem Virus möglich machen, das Immunabwehrsystem des Menschen außer Kraft zu setzen. Die unkontrolliert gesteigerte Bildung von HLA-E-Rezeptoren durch infizierte Zellen setzten nämlich an einer entscheidenden Stelle Erkennungsmechanismen außer Kraft, über die das Immunsystem zwischen Freund und Feind unterscheiden kann. Die Aufklärung und genaue Kenntnis dieser Zusammenhänge erlaubt es der Therapieforschung, neue Ansätze für die Entwick-lung HIV-wirksamer Medikamente zu entwickeln. „Mit dieser Arbeit eröffnet die Grundlagenforschung der Medikamentenforschung völlig neue Wege zur Bekämpfung der AIDS-Krankheit“, so der Präsident der Deutschen AIDS-Gesellschaft Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer.
Die Jurorin Prof. Dr. Gabriele Arendt von der Universitätsklinik Düsseldorf würdigte in ihrer Rede zur Preisverleihung in Wien die Arbeit, weil sie „wichtige Detailschritte im Kampf des HI-Virus gegen das menschliche Immunsystem aufklärt und aufzeigt, wie das Virus Abwehrmechanismen des menschlichen Organismus gegen das Immunschwäche-Virus unterläuft“.
Die Deutsche AIDS-Gesellschaft verleiht seit vielen Jahren den Deutschen AIDS-Preis im Rahmen des Deutsch-Österreichischen AIDS Kongresses und zeichnet damit herausra-gende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der AIDS-Forschung aus. Die Deut-sche AIDS-Gesellschaft ist die wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft für HIV/AIDS. Sie ist Mitorganisatorin des Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses 2005 in Wien. Unter ihrer Federführung werden regelmäßig die Therapieleitlinien für die Behandlung von HIV/AIDS aktualisiert. Sie engagiert sich in der Forschung, Prävention, Politikberatung und in internationalen Kooperationen.  Weiter Informationen zu den Projekten der DAIG finden Sie unter www.daignet.de.

Die Arbeit ist mit Unterstützung des Kompetenznetzes HIV/AIDS entstanden, einem For-schungsverbund, in dem deutschlandweit Zentren der klinischen und der Grundlagenforschung kooperieren und zum Aufbau einer nationalen Kohorte zusammen arbeiten. Weitere Informationen zum Kompetenznetz HIV/AIDS finden Sie unter http://www.kompetenznetz-hiv.de/.

Der schon mehrfach für seine wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnete Deutsche AIDS-Preisträger Dr. med. Nattermann (geb. 10.01.1974 in Halle/Saale) arbeitet seit 2003 als Assistenzarzt an der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Sein medizinisches Studium hat er in Freiburg/Breisgau absolviert. Unter anderem arbeitete er später am Howard Hughes Medical Institute, Dallas.

Kontakt:
Viviane Brunne
In Wien zu erreichen: +49-179-1351438

Als PDF-Datei zur Ansicht und als Download:

Pressemitteilung


Seite erstellt am 06.06.2005
Letzte Aktualisierung am 01.11.2016

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