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Vom 23. bis 24. März findet das 4. Deutsch-Japanische HIV-Symposium im Hörsaalzentrum des St. Josef Hospitals in Bochum statt

04.03.2009

Das Symposium wird vom deutschen Kompetenznetz HIV/AIDS und der Nagoya City University in Japan gemeinsam organisiert. Renommierte Wissenschaftler werden im Rahmen dieser Fachkonferenz ihre neuesten Forschungsergebnisse und Studien aus den Bereichen „Klinische Studien“, „Grundlagenwissenschaften“ und „Sozialwissenschaften / Epidemiologie“ vorstellen

Eine Neuerung im Vergleich zu den bisherigen Symposien, die immer abwechselnd in Japan und Deutschland stattfanden, ist die verstärkte Öffnung hin zu Europa. Neben deutschen und japanischen Wissenschaftlern sind dieses Jahr auch europäische Referenten eingeladen, wie etwa aus der Schweiz, Frankreich und England.

Als ein Highlight ist unter anderem der Vortrag von Prof. Dr. Okamoto zu nennen, der in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ochiai, als weltweit erster den Zusammenhang zwischen Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und der Beschleunigung/Ausbreitung des HI-Virus beschreibt. Die durch Gingivitis verstärkte Buttersäurebildung behindert das HDAC Enzym, welches HIV blockiert. Die Ergebnisse dieser in-vitro Experimente werden kurz vor dem 4. Deutsch-Japanischen HIV-Symposium, am 15. März, auch im Journal of Immunology veröffentlicht.
Aus der Schweiz wird per Videokonferenz Prof. Dr. Vernazza zugeschaltet. Die von ihm vertretene These unter dem Titel „License to Love“ sorgte in Fachkreisen bereits für reichlich Diskussionsstoff. Demnach sei das Risiko einer HIV-Übertragung unter einer virologisch erfolgreichen antiretroviralen Therapie ohne andere Geschlechtskrankheiten so gering, dass Verhütungsmittel nicht nötig wären. Besonders bei bestehendem Kinderwunsch würde diese Erkenntnis neue Wege eröffnen und könne in diesen Fällen eine Alternative zur künstlichen Befruchtung bieten.
Herr PD Dr. Sopper wird aus dem Bereich der Grundlagenforschung berichten, seine Forschergruppe hat im Tiermodell herausgefunden, dass die APOBEC3 Proteine bei der Eindämmung der HIV-Replikation eine Rolle spielen und dadurch anhaltend den Krankheitsverlauf beeinflussen. Bei APOBEC3-Proteinen handelt es sich um Elemente des Immunsystems zur Abwehr von Retrovirus-Infektionen. Die Entschlüsselung des Mechanismus, welcher maßgeblich für die Erhöhung von APOBEC bei HIV-infizierten Langzeitüberlebenden (sog. long-term non progressors) sorgt, könnte für die Entwicklung neuer Therapieformen essenziell sein.

Im Rahmen der Posterausstellung, in der Nachwuchswissenschaftler ihre Forschungsergebnisse präsentieren werden, wird auch ein deutsch-japanisches Gemeinschaftsprojekt vorgestellt. Frau Bozek und Herr Dr. Domingues vom Max-Planck Institut für Informatik in Saarbrücken, haben in Kooperation mit Herrn Kohno, ein computergestütztes  Verfahren zur  Ermittlung der Interaktion  zwischen Virus und  Wirtszelle

entwickelt. Herr Jansen, der Kohorten-Manager des Kompetenznetzes, wird die zentralen Ergebnisse der Versorgung HIV-positiver Patienten im Vergleich zwischen den beiden großen in Deutschland vorhandenen Versorgungsformen, Kliniken und niedergelassenen HIV-Schwerpunktärzten, analysieren.

Am zweiten Tag des Symposiums, den 24. März, wird es um 9:00 Uhr eine Pressekonferenz, ebenfalls im Hörsaalzentrum des St. Josef Hospitals, mit den Veranstaltern Herrn Prof. Dr. Brockmeyer, Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS und Direktor für Forschung und Lehre an der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum, und Herrn Prof. Dr. Okamoto von der Nagoya City University in Japan geben.
Unterstützt wird das 4. Deutsch-Japanische HIV-Symposium vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW (MIWFT), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie den Firmen Bristol Myers-Squibb, Essex, Pfizer und Tibotec. Von japanischer Seite wird das Symposium durch die Japan Society for the promotion of Science (JSPS) unterstützt.
Als Ehrengast wird Herr Konsul Kenichiro Tanaka vom Japanischen Generalkonsulat erwartet. Stellvertretend für das MIWFT wird Frau Munsel eine Begrüßungsrede halten.

Weitere Informationen erhalten Sie hier, auch zum Downloaden:
HIV und Internationale Zusammenarbeit (PDF, 65KB)


Ansprechpartner:
Judith Coenenberg
Klinik für Dermatologie und Allergologie
der Ruhr-Universität Bochum
Gudrunstraße 56, 44791 Bochum, Deutschland
e-Mail: j.coenenberg@klinikum-bochum.de

PD Dr. Adriane Skaletz-Rorowski
Wissenschaftliche Koordinatorin/ Geschäftsführerin des Kompetenznetzes HIV/AIDS
Klinik für Dermatologie und Allergologie
der Ruhr-Universität Bochum
Gudrunstraße 56, 44791 Bochum, DeutschlandTelefon: (02 34) 509 -3486
e-Mail: a.skaletz@klinikum-bochum.de

Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer
Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS/ Direktor Forschung und Lehre
Klinik für Dermatologie und Allergologie
der Ruhr-Universität Bochum
Gudrunstraße 56, 44791 Bochum, DeutschlandTelefon: (02 34) 509 -3471, -3474
e-Mail: n.brockmeyer@derma.de

 

Als PDF-Datei zur Ansicht und als Download:

PM 4. Deutsch-Japanisches Symposium im Mürz 2009 in Bochum (PDF, 66KB)


Seite erstellt am 05.03.2009
Letzte Aktualisierung am 01.11.2016

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